Blog,  Coropalypse

H

Da schaut man nach Wochen hier nach den angefangenen Artikeln und findet das! Ein H.
Hm, ich weiß nicht, was ich mir da wieder gedacht habe. H wie „Haha?“ oder „Hi!“? Wahrscheinlich war das ein Rätsel, dass ich mich einfach wieder an die Tasten setze.

Es geht uns sehr gut und wir warten auf mildere Temperaturen. Also zwanzig Grad würden mich sehr freuen. Alles darüber setzt mich schon schachmatt. Als könnte mein Körper mein Ich nicht zusammen halten. Es ist dann überall und kann nicht für sinnvolle Tätigkeiten zusammen gesetzt werden. Aber noch ist es ja nicht so weit und wir lieben es gerade, im Garten rum zu buddeln, Dinge zu bauen, Pflanzen zu pflanzen, zu pflegen oder zu verfluchen. Wir versuchen uns in einem Mix aus dem, was einfach schon hier wächst oder einfach zu uns kommt und Pflanzen, die wir toll finden und einfach experimentieren. Immer wieder stelle ich erstaunt fest, dass es vielen Pfleglingen hier recht gut gefällt und diese hartnäckig bei uns bleiben wollen.

Nur leider hat es mein Oleander offensichtlich nicht geschafft. Es war einfach zu kalt. Noch hoffe ich auf Leben in seinem traurigen Holz. Ich habe alles herunter geschnitten und gieße voller Hoffnung sein kahles Antlitz. Etwas tröstet mich, dass wir bereits viele kleine Oleanderkinder haben. Aber die sehen irgendwie seit Wochen gleich aus, kaum Wachstum. Wir warten. Wir haben Zeit. Für alles.

Das hat sich seit Corona nicht geändert. Wir sind immer noch über das heruntergefahrene Leben zufrieden, über die wenigen Begegnungen mit Menschen, über die Zeit für uns, das Nachdenken, das Pausieren, was ja nicht wirklich ein Pausieren ist. Dies empfinden nur andere so-je nach Lebenslage. Aber natürlich gibt es auch bei uns den Wunsch nach einem Leben nach Corona. Ich benutze mit Absicht nicht das Wort Normalität. Denn mittlerweile ist alles in unserem Leben für uns normal. Für andere eben nicht, aber das ist unser Leben. Wir haben aufgehört, uns zu wehren oder irgendeinen optimalen Zustand zu erreichen. Je mehr wir uns da entspannen, desto kreativer und glücklicher werden wir.

Derzeit finde ich es auch wichtiger, an kreativen Lösungen zu arbeiten. Zum Beispiel muss ich sehr einfallsreich sein, um das jüngste Kind zu animieren, seine Aufgaben zu erledigen. Eben habe ich den Erlkönig (die Ballade meiner Kindheit) zwanzig mal ausgedruckt und überall ausgelegt (auch auf die Playstation). Zusätzlich habe ich natürlich voller Inbrunst eine Probe meiner Gedichtaufsagekunst gegeben. Trompet: „… in seinen Armen, das Kind… “ Wie tragisch.
Für ein hoffnungsvolleres Ende müssen wir noch mal umdichten. „… war noch nicht tot…“.

Zehn Minuten später: Was soll das mit den Zetteln? Kreisch…
Und dann der erhoffte Satz: „Ist ja gut, ich mach ja schon!“. Das war ja einfach. Verkaufe Tipps gegen Lernunwillen.

H wie happy.

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