Papmami

Tag 6516497984 – oder so…

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Was für irre Zeiten. Und so viele Irre in diesen Zeiten.

Wirklich, ich habe nicht gewusst, dass so wenige so denken wie wir. Für viele in unserer Umgebung ist die Pandemie vorbei… Endlich wieder leben, endlich raus. Die Armen, waren so schwer eingeschränkt alle. Sobald sie aus der Tür sahen, wurden sie durch bewaffnete Einheiten ins Haus zurück gedrängt, mit hohen Strafen belegt und wehe sie wurden trotzdem draußen gesehen. Glaubt Ihr nicht? Ich auch nicht. Natürlich kann ich nur für meinen Landkreis sprechen. Aber das war tatsächlich hier ein Spaziergang durch alle auferlegten Regelungen.

Auch wir haben uns aufgrund der sehr niedrigen Fallzahlen etwas entspannt. Es gibt hier keine vollständige Isolation wie in den ersten Wochen. Beide Kinder gehen auch mal mit entsprechener Maskierung einkaufen. Auch können sie sich mal mit anderen verabreden. Unser Dorf ist breit genug für Abstand. Leider nicht für Anstand. Es ist eben leicht zu sagen, dass die Risikomenschen sich doch einfach isolieren sollen, zu Hause bleiben sollen. Schließlich haben doch alle ein Recht auf Spaß. Außer eben die Risikomenschen. Komm! Lass mal drücken!

Wir haben uns damit abgefunden, dass für die meisten Menschen Corona vorbei ist. So müssen wir dementsprechend kompensieren, täglich neu entscheiden. Natürlich wäre es fantastisch, wenn die Neuinfektionen jetzt zügig gen Null tendieren. Aber es gibt ja immer wieder einzelne Hotspots und bald beginnt die Urlaubs- und Ferienzeit. Ich trau dem Frieden noch nicht, einfach weil alle jetzt unvorsichtig sind und auch wild zusammen feiern, als hätten sie es jahrelang nicht gedurft.

Tja, nun sitze ich hier und überlege, was die Corona-Zeit uns gezeigt hat. Solidarität zum Beispiel hält nur wenige Wochen, dann geht es wieder um die eigenen Luxus-Bedürfnisse. Klatschen revolutioniert das Pflegesystem. Systemrelevant wird wahrscheinlich eines der Wörter des Jahres 2020. Fußball ist sehr wichtig. Alleinerziehende und Familien im Allgemeinen sind nicht so wirklich wichtig. Schulen und Lehrer leben digital an manchen Orten in der Steinzeit. Schuldirektoren, Ärzte, Pfleger und Pflegerinnen können auch sehr schwurbelig in unserer Mitte leben. Es geht weit in meinen privaten Bekannten- und Freundeskreis. (So jetzt stand hier ein sehr langer Text über Menschen, die trotzdem ihre Meinung sagen, die das Offensichtliche benennen, die sich offen auch von Menschen distanzieren, mit denen sie eigentlich gut befreundet oder bekannt waren. Aber ich habe es gelöscht-auch ich möchte Menschen schützen… )

Und in all der wilden Zeit hat meine Mittelste ihre Abschlussprüfungen absolviert und das mit sehr guten Zensuren. Es geht nun weiter in Richtung Abitur. Und ich muss wieder daran denken, wie schwer es meinen Kindern gemacht wurde und so mancher Lehrer keinen Pfifferling auf die zukünftige Laufbahn gab. Das reicht vielleicht für einen neuen Artikel.

So wünsche ich allen einfach nur Gesundheit. Auch denen, die wahrscheinlich in unserem Leben keine große Rolle mehr spielen. Das Leben ist eben Veränderung, Erkenntnis und Loslassen. Aber auch offen sein für die Zukunft. Neugierig. Gierig nach Leben.



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