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Was wurde aus…

… und warum schreibt hier keiner?
Die Supermama hat gerade einen Reha-Marathon hinter sich. Ganz ehrlich? Ich bin sowas von rehabilitiert, dass ich schon wieder behandlungsbedürftig bin. Und ich bin sooo therapiemüde.

Seit Ende März erfreue ich mich bester lang erprobter Rehabilitationsmaßnahmen, werde drum beneidet. Und ich verstehe es. So ein Ortswechsel mit Erholungseffekt, Alltag vergessen, aus der Mühle austreten, in eine Schutzhülle einsteigen, umsorgt werden-das erscheint so verlockend. Es ist aber auch ein Aufwühlen, in der Wunde bohren , provozieren, sich seinen Problemen stellen. Und die scheinen so unlösbar. Wo doch von außen alles so einfach aussieht.

Reha 1 fand vier Wochen in Bad Oexen statt. Eine onkologische Reha für Sue Klein. Als Begleitperson durfte ich mit, auch die Schwester. Denn die ist noch unter 12. Von den vier Wochen war ich drei müde, erschöpft, genervt, traurig. Die Kinder kannten zum Glück das Gelände und waren sehr selbständig. Sue Klein ließ alle fünf Tage mein Herz stocken, weil die Blutwerte verrückt spielten. Es hat doch immer wieder etwas erhebendes, wenn zwei Ärzte schweigend an dem Kind herumdrücken und sich wortlos Blicke zuschmeißen. Hallo-ich bin die Mutter. Redet mit mir.

Sue Klein macht es gern spannend. Immer wieder holt sie uns von unserer Wirhabenesgeschafft-Wolke. Ein halbes Jahr nach Beendigung der Therapie sind die Werte wie in der Achterbahn. Und wir schicken unsere Gefühle mit in diese.
Wir haben beschlossen, darauf nichts mehr zu geben. Sie ist fröhlich trotz Husten, Schnupfen, Rückenschmerzen? Das Kind ist gesund. So.

Sehr geholfen hat mir letztendlich ein Gespräch mit Dr. Krauth, dem leitenden Kinder- und Jugendarzt in Oexen. Ich habe mich das erste mal mit meinen Ängsten verstanden gefühlt und bekämpfe diese nun mit möglichst viel Wissen. Na gut, mit einem gesunden Maß an Wissen. Danke Dr. Krauth.

Im Mai startete dann meine eigene Reha… fünf Wochen lang-allein. Nein, ich wollte diese Reha nicht. Auch wenn mich die Situation zu Hause noch so belastet, loslassen ist noch schwerer. Und trotzdem hat es funktioniert. Ich habe mich erholt. Ansonsten gab es keine neuen Erkenntnisse. Es gab keine inspirierenden Therapeuten, keine Lösungsansätze, sich selbst zu helfen. Nun bin ich drei Tage zu Hause und die alten Muster haben mich wieder im Griff. Also übe ich mich weiter in Demut und danke dem Universum jeden Tag, dass wir noch alle fünf zusammen sein dürfen, ein schönes Zuhause haben, einen tollen Freundes- und Familienkreis.
Gern würde ich verschiedene Behörden mit ihren eigenen Anträgen und Vorträgen und Gesetzestexten zutackern und anmalen, nur so aus Spaß. Ich glaube, ich bin eine coole, pflegende Angehörige.

Sue Klein liest mittlerweile sehr gut, nur rechnen macht ihr keinen Spaß. Es ist eben nicht so einfach, aus einem besonderen Kind mit einem besonderen Lebenslauf ein Standardkind zu formen. Und wie sagte meine behandelnde Ärztin? Das bisschen Leukämie…

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