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Ich (bin) war ein Kind der Achtziger

Gestern habe ich auf *flüster* Facebook (ja, sollten diesbezüglich Fragen auftauchen, denn ich faste ja schließlich, Geduld…) das Rezept einer indischen Linsensuppe entdeckt (legga). Da ich nicht nur ein Scroller, sondern auch ein Klicker bin, bin ich bei waseigenes gelandet. Schließlich habe ich irgendwann interessiert die Seite „was eigenes“ mit „Gefällt mir“ geklickt.

Nach der Erklärerei, die nächste Erklärerei-wie schaffen es eigentlich andere, ihre Blogbeiträge zu eröffnen, ähnlich verkrampft? Jedenfalls bin ich nach der Suppe gleich noch durch die waseigenes-Seite gesurft, voller Neid, Interesse und Begeisterung. Unter anderem bin ich bei Bines Musikgeschmackartikel hängen geblieben. Sie schrieb liebevoll von damals, von den 80ern und nannte viele Titel, die auch ich liebte. Mal davon abgesehen, wie alt ich mich jetzt fühle, war ich wieder 14 und erinnerte mich an mein schönstes Teeniejahr, voller aufregender Gefühle, erster Schwärmereien und der ersten großen Liebe. Musik was my first love!

Nachdem ich mit 12 meine absolute Schlagerphase hatte mit Nicole, Rolf und seine Freunde oder Andrea Jürgens und Juliane Werding (oh je, ich habe gerade Manuel und Pony gefunden) verliebte ich mich schwer in Shakin Stevens. Und yeah trotz Mauer, schaffte es ein cooles Poster von ihm an meine Wand. Wenn meine Kinder wüssten, dass ich mein Geld damals für teure Westposter ausgab und zum Glück stand ich nicht auf Depeche Mode, denn ich fand Dave richtig hässlich damals. Dann hätte ich nämlich keine Poster ergattert, meine Klasse war vernarrt in DM oder Culture Club, Simple Minds und U2. Ach und natürlich Wham und Duran Duran.

Meine Wand war anders bepostert als die meiner Freundinnen. Da hingen Poster von Alphaville, The Twins oder Jennifer Rush. Ich liebte China Crisis, Boulevard, Device, Limahl, Kim Wilde, Valerie Dore, OMD, Frankie Goes To Hollywood, Robin Gibb („Juliet“ war so ein schönes Video), Flying Pickets oder The Cars. Ja, ich war eine von denen, die nachts mit zwei Fingern am Kassettenrecorder auf die Lieblingslieder wartete und hoffte, dass niemand dazwischen quatschte. Und ich habe noch alle Kassetten und würde sie aufgrund der mit aufgenommenen Moderatoren und der Reihenfolge der Lieder immer wieder erkennen. Es war auch die Zeit der One-Hit-Wonder, die Zeit für Synthesizer. Stundenlang konnte ich Musik hören und auch nach dem hundertsten Wiederholen noch neue Töne entdecken und war immer wieder neu entzückt.

So bin ich bis heute Alphaville-Fan, weil ich einfach die Stimme von Marian Gold für eine der schönsten der Welt halte und die Kompositionen einmalig und typisch finde. Sie haben Wiedererkennungswert und viele Songs sind Evergreens. Und ich rede nicht von „Forever Young“.

Später musste es etwas rockiger werden und so kommt es, dass ich heute alle LPs und Cds von INXS und Big Country habe. Nachdem sich nach Michael Hutchence 1997 auch noch Stuart Adamson 2001 erhing, traute ich mich kaum noch CDs einer Band zu sammeln oder gar inflationär zu hören, wie ich es eben bei INXS oder Big Country getan hatte. Ruhm muss was schreckliches sein. Wenigstens hatte ich INXS noch bei einem Konzert 1991 in der Deutschlandhalle in Berlin bewundern dürfen. Eins der besten Konzerte meines Lebens. Danach kommt tatsächlich Depeche Mode 2001 in der Waldbühne. Mein Mann ist Depeche Mode-Fan und hat -wahre Geschichte- bei einem Konzert das Handtuch von Dave Gahan gefangen. Und jetzt Aufschrei: seine Mama hat das verschwitzte Handtuch dann gewaschen.

Mit den Jahren ändert sich selbstverständlich auch die Musik, die einen begleitet. Aber ich bin nicht in meinen 80ern stecken geblieben. Auch wenn beim Hören der alten Hits tatsächlich Gefühle geweckt werden, die sentimentaler und entrückter nicht sein könnten.
Irgendwann hörte ich z.B. die Cranberries rauf und runter oder die Manic Street Preachers. Auch entdeckte ich The Hooters für mich. Und einen sehr lauten Sommer lang musste es Project Pitchfork sein, auch Wolfsheim und Sisters of Mercy. Ich will auch nicht meine Grönemeyer und Ärzte-Zeit unterschlagen. Auch bin ich immer für gute Chillout-Musik zu haben wie Chicane.

Und trotzdem hörte ich zwischendurch Sally Oldfield, Katie Melua oder auch Dido sehr gern. Oft nerven ja Frauenstimmen. Da muss ich wirklich dosieren.

Aktuell kann ich Radio ohne Probleme hören, muss nur bei wenigen Titeln wegschalten, was mir meist den Protest der Kinder einbringt. Denn die wollen unbedingt „Lieblingsmensch“ hören… hust. Nö, ich nicht. Schrecklich. Ein gutgemeinter Titel wird durch das häufige Gedudel im Radio entweiht. Auch Adele geht gar nicht. Wegschalt. Mein Dauerbrenner zur Zeit, der mir auch nicht kaputt gedudelt werden kann ist Robin Schulz und Richard Judge mit „Show me love“ (übrigens süßes Video). Ganze CDs kaufe ich von James Morrison oder Coldplay.

Das hat mir jetzt wirklich Spaß gemacht und eigentlich fallen mir jetzt noch so viele Songs ein, die einfach mal wieder vorgekramt werden sollten. Das gibt noch Stoff für viele Artikel. Und was hat Euch durch die Jahre begleitet?

 

 

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