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Kaktüsse… und so

Herrliche Wortschöpfungen von Sue Klein erreichen täglich mein Ohr… Immer noch gern und oft wird das Wort „verhübschert“ angewendet. Da ist sie konsequent. So verhübschert sie mittlerweile alles: ihr Zimmer, ihre selbstgemalten Bilder oder unseren Garten…

Und beim Playstationspielen mussten heute Kakteen beseitigt werden, also schimpfte sie wie ein Rohrspatz auf die blöden „Kaktüsse“. Wir hatten hier allerdings auch schon eine spontane „Fresstusse“ …

Ich kann nur allen liebenden Eltern raten, die Worteskapaden der Kinder aufzuschreiben, man vergisst tatsächlich so schnell. Für meine Gadgetsseite habe ich mir die besten Sprüche von Sue Klein zusammengesammelt und geb sie auch immer wieder mal zum Besten. Grundsätzlich bescheinige ich dem Minimädchen, welches immer so süß und harmlos aussieht, einen recht derben Caroline-Kebekus-Humor… gern herrscht sie dann auch mal Papa an: „Du riechst nach Zebra!“ oder sie verbietet uns den Mund während der Autofahrt: „Seid still, ich will die Nachrichten hören!“.

Wer da meint, wir haben bei der Erziehung jämmerlich versagt, ähm ja… irgendwie schon. An irgendeiner Stelle haben wir die Grenze nicht gezogen. Nach der sehr langen Therapie, die immerhin ein Drittel ihres bisherigen Lebens dauerte, waren nicht nur Außenstehende der Meinung, wir müssten mal wieder etwas erzieherisch anziehen.
Dazu muss man wissen, dass Sue Klein bereits vor der Erkrankung ein sehr energisches Persönchen war, ein kleiner Energievampir, fordernd und sehr präsent.

Ihr durchsetzungsstarkes Charisma ist bisher wirklich jedem aufgefallen, in der Klinik zuerst unangenehm. Denn die Verweigerung von Untersuchungen und Medikamenten kostet unheimlich Kraft. Und man gehört nicht zu den beliebtesten „Neuen“. Aber noch heute behaupte ich, dass ihr Sturkopf sie durch die Krankheit getragen hat. Sie ist sich treu geblieben. Wenn sie jemanden nicht begrüßen wollte oder mit ihm sprechen wollte, dann wollte sie nicht… es durfte gern auch der Professor sein oder der Oberarzt. Vorgeschobene Unterlippe, verschränkte Arme. Wer auf Station dieses Kind geknackt hat, hatte meinen Respekt. Es waren meistens die Schwestern, die sich Zeit nahmen und mit den Kindern Faxen machten. Deshalb waren wir auch oft glücklich im Krankenhaus und es gab schöne und harmonische Tage mit viel Lachen.

Und so stelle ich immer wieder fest, dass man am besten mit Spaß und Humor erzieht. Gerade in unserem Fall. Und ja, wir haben viel durchgehen lassen. Es war so schwer. Ich konnte mich einfach nicht zur Strenge durchringen.

Und so müssen wir jetzt ernten, was wir gesät haben. Aber es wird einfacher und am lustigsten ist es immer noch, wenn Sue Klein einfach sie selbst ist. Und so sehr wir uns natürlich wünschen, dass sie sehr alt wird, möchte ich vor allem diese Zeiten jetzt festhalten. Allen ein Festhaltewochenende mit den Liebsten!

 

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